Der Finowkanal ist die älteste künstliche Wasserstrasse in Deutschland, bereits vor dem Dreißigjährigen Kriege war er angelegt worden. Das Ziel war eine Verbindung der Flüsse Havel und Oder, um Berlin gut zu erreichen. 1603 erteilte Kurfürst Joachim Friedrich den Befehl zum Bau des Kanales, der aufgrund von Geld- und Arbeitskräftemangel bis 1920 dauerte. Der Dreißigjährige Krieg brach 1618 aus, 1641 war der Kanal bereits wieder verfallen. Der Kanal fiel in Vergessenheit, erst bei den Bauarbeiten 1743 für den Neubau entdeckte man die Schleusen wieder. Bereits 1746 wurde der Kanal komplett neu eröffnet und erlangte in der Folgezeit immer wichtigere Bedeutung. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommes wurde die Schleusen mit versetzten Häuptern (Einfahrten) gebaut und die maximale Schiffsgrösse dadurch festgelegt. Das Finowkahnmaß war massgeblich weit über die Umgebung hinaus. Der Verkehr nahm jedoch weiter zu, die Schleusen wurden mit einer zusätzlichen Schleusenkammer versehen. Anfang des 19. Jh wurde sogar rund um die Uhr geschleust, damit der Warenstrom gewährleistet blieb.
Erst durch den Bau des Oder-Havel-Kanales ab 1906 wurden die Verzögerung der vielen Schleusungen verringert.
Dennoch war der Finowkanal massgeblich mitverantwortlich für die industrielle Bedeutung der Gegend um Eberswalde, weil er sich als gut erschlossener Verkehrsweg zum Transport von Massengütern anbot. Heute ist er nur noch von touristischer Bedeutung und soll dafür wieder etwas mehr Pflege erhalten. Als Besonderheit werden alle Schleusen des Kanales immer noch mit Muskelkraft bewegt.
Hendrik Reinhardt hat sich auf seinen Seiten ausführlicher mit dem Finowkanal befasst. Dort finden sich auch aktuelle Bilder vom Kanal.
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